Glossar

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Erneuerbare Energien effektiv zu nutzen, ist eine der spannendsten Aufgaben für heute und morgen. Um die Fragen rund um die Energiewende zu verstehen, bedarf es an der einen oder anderen Stelle vielleicht einer Erklärung. In unserem Glossar bemühen wir uns, einige Begriffe aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zu erläutern. Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich selbstverständlich per E-Mail oder auch telefonisch bei uns melden.


Akzeptanz


In Deutschland lieben die Menschen erneuerbare Energien, sie genießen also eine hohe Akzeptanz. Wie es mit der Akzeptanz für Folgeerscheinungen der erneuerbaren Energien bestellt ist – wir denken hier beispielsweise an die Stromleitungen zur Verteilung der gewonnenen Energie – zeigt sich im Detail. Wenn die Bürger an den Entscheidungen beteiligt werden, steht es auch in der Frage um die Akzeptanz der erneuerbaren Energien gut.


Biomasse


Biomasse ist ein Oberbegriff. Unter Biomasse verstehen wir heute alle Stoffe organischer Herkunft. Sie verdanken ihr Wachstum letztendlich der Sonne. Für die Energieversorgung spielt der Begriff der nachwachsenden Rohstoffe eine besondere Bedeutung. Sie werden positiv beurteilt, da hierfür keine fossilen und damit endlichen Rohstoffe verbraucht werden. In der Kritik stehen nachwachsende Rohstoffe, wenn sie Nahrungsmittelanbau verdrängen und dadurch Lebensmittel verteuern.


Blockheizkraftwerk (BHKW)


Blockheizkraftwerke verbinden oder koppeln die Produktion von Strom und Wärme. Beides wird in Blockheizkraftwerken nicht nur erzeugt, sondern auch nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt.


Bruttostromerzeugung


Bei der Bruttostromerzeugung meinen wir den gesamten Strom, der in allen Kraftwerken erzeugt wird. Diese Strommenge schließt beim Bruttostrom allerdings auch die Teile des Stroms ein, die nicht für den Verbrauch bereitstehen. So benötigen alle Kraftwerke eine bestimmte Menge des Stroms für den Eigenverbrauch, darüber hinaus kostet auch der Transport von Strom denselben, das nennen wir dann: Leitungsverlust.


Einspeisevergütung


Die Einspeisevergütung ist gesetzlich festgelegt. Von Ihr profitieren alle Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen und diesen in das öffentliche Stromnetz einleiten.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) legt in Deutschland fest, wie viel für Strom aus den verschiedenen erneuerbaren Energien gezahlt wird. Um den Bau von dezentralen Kraftwerken wie Photovoltaik-Anlagen oder Windkraftanlagen zu fördern, gibt es in den meisten europäischen Ländern Einspeisevergütungen.


Endenergie


Von Endenergie sprechen wir, wenn wir die Energie meinen, die dem Endverbraucher zur Verfügung steht. Ausgangspunkt ist die Primärenergie, von ihr gehen Teile beim Transport und der Umwandlung verloren.


Energieeffizienz


Die Energieeffizienz spielt eine besondere Rolle wenn es darum geht, den Energieverbrauch zu senken. Von Energieeffizienz sprechen wir, wenn Geräte oder Prozesse einen möglichst hohen Wirkungsgrad bei der Energieumwandlung haben.


Energiespeicher


Energiespeicher funktionieren wie ein Akku in groß. Da sich beispielsweise Strom in großen Mengen nicht direkt zur späteren Nutzung speichern lässt, werden Speicherseen gebaut. Das Wasser wird mit überschüssiger Energie in ein hochgelegenes Becken gepumpt, um dann bei Bedarf durch eine Turbine abgelassen zu werden. Dabei wird die Fallenergie des Wassers in Strom umgewandelt. Im Rahmen der erneuerbaren Energien gewinnen diese Energiespeicher an Bedeutung, da sie Versorgungslücken der Photovoltaik und der Windenergie ausgleichen können.


Erneuerbare Energien


Als erneuerbare Energien bezeichnen wir heute Energie aus nachhaltigen Quellen. Dazu gehören die Sonnenenergie, Windenergie, Biomasse, Wasserkraft und auch Erdwärme. Die Vorteile gegenüber den fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle sowie dem Kernbrennstoff Uran: Verbrauchen sich diese Energiequellen nicht, sprechen wir also von einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Ein weiterer Vorteil der erneuerbaren Energien gegenüber den fossilen Brennstoffen (mit Ausnahme des Uran) ist das Ausbleiben von Kohlendioxid beim Einsatz der Energieträger.


Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)


Das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder kurz EEG ist das wichtigste Instrument zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland. Seit dem 1. April 2000 wirkt der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor mit. Im Jahr 2011 zahlen die Verbraucher pro Kilowattstunde verbrauchtem Strom 3,53 Cent EEG-Umlage. Für das Jahr 2012 steigt die Umlage um 0,06 Cent auf 3,59 Cent pro Kilowattstunde.

Der Zweck dieser Umlage ist der Ausgleich der Differenzkosten. Sie entstehen beim Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse, da die Anlagenbetreiber eine festgelegte Vergütung für den nachhaltig erzeugten Strom erhalten. Hierbei handelt es sich um keine Subventionen, da das Geld nicht vom Staat zugeschossen wird, sondern im Markt verbleibt.


Erneuerbarer Strom


Erneuerbare Energien deckten 2010 rund 17 Prozent des deutschen Strombedarfs. Bereits drei Jahre zuvor übertrafen die erneuerbaren Energien die politische Zielmarke von 12,5 Prozent, die von der Europäischen Union erst für 2010 vorgesehen war. Noch bis Mitte der 1990er Jahre waren alte Wasserkraftwerke nahezu die einzige Quelle für erneuerbaren Strom in Deutschland. Seitdem hat sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mehr als verdreifacht. Ausbauziel der Bundesregierung ist ein Anteil am Stromverbrauch von mindestens 30 Prozent bis 2020. Die Branche der erneuerbaren Energien prognostiziert einen Anteil von 47 Prozent.


Fossile Energieträger


Zu den fossilen Energieträgern zählen Erdöl, Erdgas, die Braun und die Steinkohle. Sie sind durch biologische und physikalische Prozesse entstanden. Im wesentlichen handelt es sich dabei um das Wachstum von Pflanzen und Tieren, die dann unter starkem Druck im Laufe der Jahrtausende zu diesen fossilen Energieträgern geworden sind. Um Sie zu nutzen, müssen Sie verbrannt werden, was Treibhausgase wie Kohlendioxid freisetzt. Das wiederum beschleunigt den Klimawandel.


Holzenergie


Holzenergie ist neben Reststoffen der wichtigste Pfeiler der Bioenergie, jedenfalls in Deutschland. Bei der Verarbeitung von Waldholz fällt Waldrestholz an sowie anschließend Industrierestholz, wie Nebenprodukte von Sägewerken oder Althölzer an.


Holzhackschnitzel


Bei Holzhackschnitzeln handelt es sich um zerkleinertes Holz. Sie sind für die Verbrennung in Holzschnitzelheizungen vorgesehen. Für ihren Einsatz gibt es Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm (MAP). Holzhackschnitzel sind nicht zu verwechseln mit Holzpellets.


Holzpellets


Holtzpellets sind in Stäbchen gepresstes Holz. Mit Holzpellets können moderne Heizungsanlagen betrieben werden. Diese Heizanlagen haben wenig mit dem traditionellen Kamin zu tun. Sie ermöglichen eine vollautomatische Heizung. Für Holzpelletheizungen gibt es Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm. Holzpellets werden immer ohne chemische Bindemittel aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz hergestellt.


Installierte Leistung


Die installierte Leistung wird gelegentlich auch als Kraftwerkskapazität bezeichnet. Die installierte Leistung benennt die maximale elektrische Leistung eines Kraftwerks . Sie wird je nach Leistungsniveau in Megawatt (MW) oder Gigawatt (GW) angegeben. Ein GW sind 1.000 MW oder so viel Leistung wie 1 Million Wasserkocher oder Haarföhne. Ende 2007 betrug die installierte Leistung des deutschen Kraftwerksparks 137,5 GW.


Jobwunder erneuerbare Energien


Erneuerbare Energien, Solaranlagen, Windkraftanlagen wie auch Wassertechnik schaffen neben einer sauberen Umwelt auch Jobs. Die Energiewende kann als ein Jobwunder bezeichnet werden. Ende 2010 waren fast 370.000 Menschen mit der Planung, Montage und dem Betrieb von Projekten in Deutschland beschäftigt. Seit 1998 hat sich die Zahl der beschäftigten im Bereich der erneuerbaren Energien verfünffacht. Im Jahr 2020 werde etwa eine halbe Millionen Menschen in Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energien Arbeiten.


Kilowattstunde


Die Kilowattstunde beschreibt eine bestimmte Energiemenge. Dabei entspricht eine Wattstunde (1 Wh) ca. 3,6 Kilojoule (kJ). 1.000 Wh sind eine Kilowattstunde (1 kWh) und 1.000 kWh sind eine Megawattstunde (MWh). Ein 3-Personen-Haushalt verbraucht in Deutschland rund 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Mit einer Kilowattstunde können Sie beispielsweise 1 kg Wäsche waschen oder Mittagessen für vier Personen kochen.


Kollektor


Ein Kollektor ist ein Sammler. Im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es Sonnenkollektoren und Erdwärmekollektoren beispielsweise für Wärmepumpen.


Marktanreizprogramm (MAP)


Das Marktanreizprogramm ist ein politisches Instrument, um die erneuerbaren Energien in Deutschland zu fördern. Das Programm des Bundesumweltministeriums (BMU) dient der Förderung von Anlagen zur Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien. 2008 wurde das Volumen deutlich aufgestockt.


Nachhaltige Entwicklung - Nachhaltigkeit


Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und beschreibt eine Nutzung des Waldes in einer Form, die seine Reproduktion nicht beeinträchtigt.


Offshore-Windenergie


Die Offshore.Windenergie beschreibt die Stromerzeugung aus Windenergie auf dem Meer. Strom aus Offshore-Windkraftanlagen soll einen wesentlichen Beitrag zur Energie- und Klimapolitik der Bundesrepublik leisten. Die hohen durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten auf dem Meer versprechen enorme Energiepotenziale. Sie sind ein wesentlicher Baustein für die Energiewende in Deutschland.


Photovoltaik


Photovoltaik ist die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie. Bei der Photovoltaik wandeln Solarzellen das einfallende Licht (Photonen) in ein elektrisches Feld um. Elektronen können über elektrische Leiter abfließen. Der Strom kann direkt verwendet werden, beispielsweise im eigenen Haushalt oder in das Stromnetz eingespeist werden. Die Photovoltaik ist ein wesentlicher Baustein bei der dezentralen Energieversorgung.


Regenerative Energie


Siehe auch erneuerbare Energie


Repowering


Repowering meint das Ersetzen älterer Anlagen zur Stromerzeugung durch neuere und leistungsstärkere Anlagen am selben Standort. Der Begriff Repowering wird vor allem im Zusammenhang mit dem Ersatz von alten Windenergieanlagen verwendet.


Strompreis


Der Strompreis ist, soweit ganz logisch, der Preis für Strom. Den einen Strompreis zahlt der Verraucher, den anderen vorgelagerten Strompreis zahlen die Händler an der Strombörse. Der Strompreis ist ein Produkt aus Angebot und Nachfrage. Einfluss auf den Strompreis haben unter anderem die Rohstoffpreise, der Emissionshandel sowie die Zukunftserwartungen.


Turbine


Die Turbine ist eine Maschine, mit deren Hilfe physikalische Energie in Strom umgewandelt wird. Turbinen werden etwa bei der Windenergie, bei der Wasserkraft, der Biomasse und der Geothermie zur Stromerzeugung eingesetzt. Aber auch bei konventionellen Kraftwerken, die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, kommen sie zum Einsatz.


Wasserkraft


Fließendes Wasser birgt eine große Menge Energie. Dieses fließende Wasser kann eine Wasserturbine antreiben, die über einen Generator Strom aus dieser Wasserkraft erzeugt. Wasserkraft ist eine natürliche Energiequelle, die überall dort verfügbar ist, wo eine ausreichende Menge Wasser und/oder Fallhöhe von stetig fließendem Wasser vorhanden ist.